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DMARC einrichten: Dein digitaler Türsteher – Schluss mit E-Mail-Betrug!

DMARC einrichten: Dein digitaler Türsteher – Schluss mit E-Mail-Betrug!

Du wiegst dich in Sicherheit. Dein Postfach? Sauber. Deine Kunden? Zufrieden. Deine Marke? Seriös. Ein Trugschluss, der dich teuer zu stehen kommen wird. Während du dich entspannt zurücklehnst, kapern Kriminelle deine Identität, missbrauchen deine Domain und versenden in deinem Namen Phishing-Mails, Spam und Malware. Der Schaden ist verheerend: Deine Reputation zerfällt zu Staub, deine Kunden verlieren das Vertrauen und deine E-Mails landen direkt im digitalen Nirwana – dem Spam-Ordner.

Du denkst, das ist übertrieben? Dann wach auf! Im Jahr 2026 ist eine ungeschützte Domain kein Kavaliersdelikt mehr, sondern grob fahrlässig. Es ist, als würdest du die Tür zu deinem Unternehmen weit offen stehen lassen und ein Schild aufhängen: „Betrüger, bitte hier eintreten!“

Die gute Nachricht? Es gibt einen digitalen Türsteher, der diesem Spuk ein Ende bereitet: DMARC (Domain-based Message Authentication, Reporting and Conformance). Das ist kein nettes Add-on, sondern deine Pflicht als Domaininhaber. In diesem Artikel zeige ich dir nicht, wie du vielleicht etwas sicherer wirst. Ich zeige dir, wie du die Kontrolle zurückerlangst und deine digitale Festung uneinnehmbar machst. Schluss mit den Ausreden. Es ist Zeit zu handeln.

Warum SPF und DKIM allein nicht ausreichen: Das Fundament deiner Festung

Bevor wir den DMARC-Türsteher anheuern, müssen wir das Fundament gießen. Das sind SPF (Sender Policy Framework) und DKIM (DomainKeys Identified Mail). Viele glauben, diese beiden reichen aus. Falsch. Sie sind essenziell, aber ohne DMARC sind sie wie ein Schloss ohne Riegel.

SPF: Die Gästeliste für deine E-Mails

Stell dir SPF wie eine exklusive Gästeliste vor. In einem einfachen DNS-Eintrag legst du fest, welche Mailserver (IP-Adressen) überhaupt berechtigt sind, E-Mails für deine Domain zu versenden. Alle anderen sind unerwünschte Gäste und werden abgewiesen.

Ein typischer SPF-Eintrag sieht so aus:

v=spf1 mx a include:_spf.google.com ~all
  • v=spf1: Definiert die SPF-Version.
  • mx und a: Erlauben den Mailservern, die in deinen MX- und A-Records definiert sind, den Versand.
  • include:_spf.google.com: Erlaubt zusätzlich den Servern von Google Workspace den Versand.
  • ~all: Markiert alle anderen Quellen als „Soft Fail“. Das bedeutet, die Mails werden angenommen, aber wahrscheinlich als Spam markiert. Sicherer ist -all (Hard Fail), was eine strikte Ablehnung bedeutet.

Das Problem? SPF prüft nur die technische Absenderadresse (Return-Path), nicht die für den Empfänger sichtbare „From:“-Adresse. Ein Betrüger kann also immer noch deinen Namen im „From:“-Feld missbrauchen.

DKIM: Das digitale Siegel für deine Nachrichten

DKIM ist wie ein notarielles Siegel für jede einzelne E-Mail. Mit einem privaten Schlüssel wird eine digitale Signatur erstellt und dem E-Mail-Header hinzugefügt. Der empfangende Server kann diese Signatur mit dem öffentlichen Schlüssel, der in deinem DNS hinterlegt ist, überprüfen.

k=rsa; p=MIIBIjANBgkqhkiG9w0BAQEFAAOCAQ8AMIIBCgKCAQEA...

Stimmt die Signatur, ist die E-Mail seit dem Versand nicht manipuliert worden. Das schafft Integrität. Aber auch hier gibt es eine Lücke: Ein Angreifer kann eine E-Mail mit einer gültigen DKIM-Signatur von seiner eigenen Domain versenden, aber deine Domain in der sichtbaren „From:“-Adresse anzeigen. Der Empfänger sieht deinen Namen, obwohl die Mail technisch von woanders kommt.

DMARC: Der Kommandant, der SPF und DKIM vereint

Und hier kommt DMARC ins Spiel. DMARC ist der Kommandant, der SPF und DKIM nicht nur anweist, sondern auch eine klare Handlungsanweisung gibt, was mit E-Mails passieren soll, die die Prüfung nicht bestehen. Außerdem sorgt DMARC dafür, dass die in SPF und DKIM geprüfte Domain mit der sichtbaren „From:“-Domain übereinstimmt (Alignment).

DMARC schließt die Lücke. Es verknüpft die technische Authentifizierung mit deiner Markenidentität.

Die drei Säulen von DMARC

  1. Alignment-Prüfung: DMARC prüft, ob die Domain im „From:“-Header mit der Domain übereinstimmt, die durch SPF oder DKIM validiert wurde. Das ist der entscheidende Schritt, der Spoofing verhindert.
  2. Richtlinien (Policy): Du legst fest, was mit E-Mails passieren soll, die die DMARC-Prüfung nicht bestehen. Du hast drei Optionen:
    • p=none: Die „Monitoring-Phase“. E-Mails werden zugestellt, aber du erhältst Berichte darüber, wer in deinem Namen versendet. Perfekt für den Anfang.
    • p=quarantine: E-Mails, die durchfallen, werden in den Spam-Ordner des Empfängers verschoben.
    • p=reject: Die ultimative Abwehrmaßnahme. Nicht konforme E-Mails werden vom empfangenden Server sofort abgelehnt und gar nicht erst zugestellt.
  3. Reporting: Das ist pures Gold. DMARC sorgt dafür, dass du regelmäßig Berichte (Reports) darüber erhältst, welche E-Mails in deinem Namen versendet werden – sowohl die legitimen als auch die betrügerischen. Du siehst genau, welche Server deine E-Mails versenden, welche die Prüfungen bestehen und welche nicht.

Schritt-für-Schritt-Anleitung: So aktivierst du DMARC

Genug der Theorie. Jetzt wird es praktisch. Wir richten DMARC in drei Phasen ein. Nimm dir die Zeit, diesen Prozess sorgfältig zu durchlaufen. Ein Fehler hier kann dazu führen, dass deine legitimen E-Mails nicht mehr ankommen.

Phase 1: Monitoring (p=none)

Wir starten im Beobachtungsmodus. Wir wollen erst einmal nur Daten sammeln, ohne den E-Mail-Fluss zu beeinträchtigen.

  1. Erstelle einen DMARC-Record: Logge dich in die DNS-Verwaltung deiner Domain ein. Erstelle einen neuen TXT-Eintrag für die Subdomain _dmarc.deinedomain.com (ersetze deinedomain.com mit deiner Domain).
  2. Füge den Record-Inhalt hinzu:
v=DMARC1; p=none; rua=mailto:dmarc-reports@deinedomain.com;
  • v=DMARC1: Die DMARC-Version.
  • p=none: Die Richtlinie. Wir starten mit „none“, um nichts zu blockieren.
  • rua=mailto:dmarc-reports@deinedomain.com: Hier definierst du die E-Mail-Adresse, an die die aggregierten Berichte (RUA) gesendet werden sollen. Richte diese Adresse vorher ein!

Warte und analysiere: Jetzt heißt es warten. Es dauert 24-48 Stunden, bis die ersten Berichte eintrudeln. Diese Berichte sind im XML-Format und schwer lesbar. Nutze einen DMARC-Analyse-Service wie dmarcian oder Postmark um die Daten verständlich aufzubereiten. Du wirst überrascht sein, wer alles versucht, in deinem Namen E-Mails zu versenden.

Analysiere die Berichte und stelle sicher, dass alle deine legitimen Versandquellen (z.B. dein Webserver, dein Newsletter-Tool, dein CRM) korrekt via SPF und/oder DKIM authentifiziert sind und das Alignment passt.

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Bist du überfordert mit der technischen Umsetzung? Deine E-Mail-Sicherheit ist kein Hobby-Projekt. Kontaktiere uns jetzt für eine professionelle E-Mail-Sicherheits-Analyse und wir machen deine Domain zur Festung.

Phase 2: Quarantäne (p=quarantine)

Wenn du sicher bist, dass alle deine legitimen E-Mails die DMARC-Prüfung bestehen, ist es Zeit für den nächsten Schritt. Wir weisen die empfangenden Server an, verdächtige E-Mails in den Spam-Ordner zu verschieben.

Ändere deinen DMARC-Record:

v=DMARC1; p=quarantine; pct=10; rua=mailto:dmarc-reports@deinedomain.com;
  • p=quarantine: Die neue Richtlinie.
  • pct=10: Das ist eine Sicherheitsleine. Mit pct (Percentage) legst du fest, für wie viel Prozent deiner E-Mails die Richtlinie gelten soll. Wir starten mit 10% und erhöhen diesen Wert schrittweise (z.B. 25%, 50%, 75%) über mehrere Tage, während wir die Berichte weiter beobachten. So minimierst du das Risiko, versehentlich legitime Mails zu blockieren.

Wenn alles gut aussieht, erhöhe pct auf 100.

Phase 3: Ablehnen (p=reject)

Das ist das Endziel. Die ultimative Abwehr. E-Mails, die die Prüfung nicht bestehen, werden gar nicht erst angenommen. Dein Ruf ist geschützt, deine Kunden sind sicher.

Aktualisiere deinen DMARC-Record ein letztes Mal:

v=DMARC1; p=reject; rua=mailto:dmarc-reports@deinedomain.com;

Auch hier kannst du mit pct schrittweise vorgehen, um auf Nummer sicher zu gehen. Sobald du bei p=reject und pct=100 angekommen bist, hast du den Goldstandard der E-Mail-Authentifizierung erreicht.

Fazit: Höre auf, ein leichtes Opfer zu sein

DMARC ist kein Hexenwerk. Es ist eine logische und notwendige Weiterentwicklung der E-Mail-Sicherheit. Indem du DMARC einrichtest, schützt du nicht nur deine eigene Marke und Reputation, sondern auch deine Kunden und Partner vor gefährlichen Phishing-Angriffen. Du trägst aktiv dazu bei, das gesamte E-Mail-Ökosystem sicherer zu machen.

Die Ausreden sind vorbei. Die Anleitungen sind klar. Die Werkzeuge sind verfügbar. Höre auf, deine Domain ungeschützt im digitalen Raum stehen zu lassen. Werde vom Opfer zum Wächter deiner eigenen Marke.

Deine E-Mail-Sicherheit ist zu wichtig, um sie zu ignorieren. Wenn du professionelle Unterstützung bei der Einrichtung von DMARC, SPF und DKIM benötigst, dann zögere nicht. Fordere jetzt ein Projekt an und lass uns gemeinsam deine digitale Festung bauen.

Externe Ressourcen

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