WooCommerce einrichten

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Du willst einen eigenen Online-Shop und hast schon eine WordPress-Seite? Dann ist WooCommerce der kürzeste Weg. Mit dieser Anleitung richtest du den Shop Schritt für Schritt ein: Installation, Grundeinstellungen, Zahlung, Versand, erstes Produkt und die Rechtstexte, ohne die du in Österreich nicht verkaufen darfst.

Warum WooCommerce?

Shopify, Magento, BigCommerce: Shopsysteme gibt es viele. Wenn deine Website aber schon auf WordPress läuft, ist WooCommerce meist die naheliegende Wahl. Du baust auf dem auf, was du hast.

WooCommerce ist ein Plugin, das sich direkt in dein WordPress einfügt. Das bringt dir:

  • Kontrolle: Shop und Daten liegen auf deinem eigenen Webspace. Kein Plattformbetreiber ändert dir die Regeln.
  • Keine Grundgebühr: WooCommerce selbst ist Open Source und kostenlos. Kosten entstehen für Hosting, Zahlungsanbieter und eventuell für kostenpflichtige Erweiterungen.
  • Erweiterbarkeit: Es gibt Tausende Plugins und Themes. Der Shop lässt sich an dein Geschäft anpassen.

Ein geschlossenes Baukastensystem kann trotzdem passen, etwa wenn du dich um gar nichts Technisches kümmern willst. Für bestehende WordPress-Seiten ist WooCommerce aber fast immer die bessere Wahl.

Was du brauchst

Ein IT-Studium brauchst du nicht. Diese drei Dinge reichen:

  1. Eine WordPress-Installation: Deine Firmenwebsite oder dein Blog ist die Basis.
  2. Ein ordentliches Webhosting: Ein Shop braucht mehr Leistung als eine einfache Website. Wenn dein Hosting schon jetzt langsam ist, wird es mit dem Shop nicht besser. Achte auf ein Webhosting, das für Onlineshops ausgelegt ist.
  3. Etwas ungestörte Zeit: Für die Grundeinrichtung reicht ein Nachmittag. Für Texte, Bilder und Rechtstexte plane mehr ein.

Schritt 1: WooCommerce installieren

Melde dich im WordPress-Backend an, also unter deine-domain.at/wp-admin.

Geh links im Menü auf Plugins > Neues Plugin hinzufügen. Tippe oben rechts im Suchfeld „WooCommerce“ ein. Das richtige Ergebnis ist das Plugin von Automattic mit Millionen aktiven Installationen. Klicke auf „Jetzt installieren“ und danach auf „Aktivieren“.

Tipp: Mach vor jeder größeren Änderung ein aktuelles Backup. Ein falscher Klick, und die Seite ist weg. Nutze ein Backup-Plugin oder die Sicherung deines Hosters. Wie das geht, steht in unserer Anleitung zum WordPress-Backup.

Schritt 2: Der Einrichtungsassistent

Nach dem Aktivieren startet WooCommerce einen Einrichtungsassistenten. Geh ihn durch, statt ihn zu überspringen. Die Angaben sparen dir später Arbeit.

Die Fragen ändern sich von Version zu Version etwas. Im Kern will der Assistent wissen:

  • Wo du stehst: ob du gerade startest oder schon woanders verkaufst.
  • Shopname, Branche und Standort: Der Standort legt Währung und Grundeinstellungen fest. Gib deinen Firmensitz in Österreich genau an, sonst passen Steuern und Versand später nicht.
  • Zusätzliche Funktionen: WooCommerce schlägt kostenlose Erweiterungen vor. Installiere nur, was du wirklich brauchst.

Danach landest du auf der WooCommerce-Startseite mit einer Aufgabenliste: Produkte hinzufügen, Zahlungen einrichten, Steuern, Versand, Shop gestalten. Die folgenden Schritte arbeiten diese Liste ab. Für das Aussehen reicht ein Theme, das mit WooCommerce zusammenarbeitet, zum Beispiel Divi.

Schritt 3: Zahlungsarten einrichten

Ohne Zahlungsart kein Verkauf. Für Kunden in Österreich und Deutschland sind diese Optionen am wichtigsten:

  • PayPal: Kennt fast jeder, viele Kunden erwarten es. Die Einrichtung ist einfach.
  • Stripe (Kreditkarte): Kunden zahlen mit Karte direkt im Shop, ohne dass sie deine Seite verlassen müssen.
  • Klarna (Rechnung, Ratenkauf): In Österreich und Deutschland sehr beliebt. Kauf auf Rechnung bringt oft zusätzliche Bestellungen.
  • Vorkasse (Banküberweisung): Schnell eingerichtet, für Kunden aber umständlich. Gut als zusätzliche Option, nicht als einzige.

Unter WooCommerce > Einstellungen > Zahlungen aktivierst und konfigurierst du die Zahlungsarten. Für PayPal, Stripe und Klarna brauchst du jeweils ein Konto beim Anbieter und dessen Plugin. Die Anleitungen der Anbieter führen dich durch.

Wichtig: Deine Seite braucht ein gültiges SSL-Zertifikat (zu erkennen an https:// in der Adresse). Zahlungs- und Kundendaten ohne Verschlüsselung anzunehmen, ist unsicher und datenschutzrechtlich nicht haltbar. Viele Hoster, auch MIKAS, bieten kostenlose SSL-Zertifikate an.

Schritt 4: Versand einstellen

Wenn du physische Produkte verkaufst, gehören die Versandkosten zu den wichtigsten Einstellungen. Du findest sie unter WooCommerce > Einstellungen > Versand.

Das Prinzip ist einfach:

  1. Versandzonen anlegen: Zum Beispiel „Österreich“, „Deutschland“, „EU“ und „Rest der Welt“.
  2. Versandarten hinzufügen: Für jede Zone festlegen, wie versendet wird, etwa „Pauschale“, „Kostenloser Versand ab 100 €“ oder „Abholung vor Ort“.
  3. Kosten eintragen: Den Preis für jede Versandart angeben.

Unerwartete Versandkosten an der Kasse gehören zu den häufigsten Gründen für abgebrochene Käufe. Zeig die Kosten deshalb früh, am besten schon auf der Produktseite. Anregungen zur Versandstrategie findest du im Sendcloud-Blog.

Schritt 5: Das erste Produkt anlegen

Geh zu Produkte > Neues Produkt hinzufügen. Die Oberfläche ähnelt dem normalen WordPress-Editor, hat aber zusätzliche Felder:

  • Produkttitel: Kurz und klar, so wie Kunden danach suchen würden.
  • Beschreibung: Der große Textbereich für alle Details zum Produkt.
  • Produktdaten: Hier wählst du den Produkttyp (einfach, variabel usw.) und trägst die wichtigsten Daten ein:
    • Preis: Der reguläre Preis. Ein „Angebotspreis“ ist für Rabattaktionen gedacht.
    • Lager: Artikelnummer (SKU) und, wenn du den Bestand im Blick haben willst, die Lagerverwaltung.
    • Versand: Maße und Gewicht.
    • Verknüpfte Produkte: Für Up-Sells und Cross-Sells.
  • Kurzbeschreibung: Ein paar Sätze, die neben dem Produktbild stehen. Hier entscheidet sich oft, ob jemand weiterliest.
  • Produktbild und Galerie: Gute Fotos verkaufen. Schlechte Fotos kosten Vertrauen.

Nimm dir für die ersten Produkte Zeit. Anregungen für gute Produkttexte findest du zum Beispiel im HubSpot-Blog.

Schritt 6: Rechtstexte und Pflichtangaben

Bevor der Shop online geht, müssen die Rechtstexte stehen. Ohne sie ist ein Onlineshop in Österreich nicht rechtskonform, und Abmahnungen oder Strafen können teuer werden. Du brauchst mindestens:

  • Impressum: mit den Angaben nach E-Commerce-Gesetz, Unternehmensgesetzbuch und Mediengesetz.
  • AGB: für Vertragsabschluss, Lieferung, Zahlung und Gewährleistung.
  • Widerrufsbelehrung und Muster-Widerrufsformular: Verbraucher haben bei Onlinekäufen ein 14-tägiges Rücktrittsrecht nach dem Fern- und Auswärtsgeschäfte-Gesetz (FAGG).
  • Datenschutzerklärung: nach DSGVO, inklusive der eingesetzten Zahlungs- und Versanddienste.

Dazu kommen Preise inklusive Umsatzsteuer, die Versandkosten und ein Bestellknopf, der eindeutig zeigt, dass die Bestellung kostenpflichtig ist, etwa „zahlungspflichtig bestellen“. Lass die Rechtstexte von einem Anwalt, der Wirtschaftskammer oder einem spezialisierten Dienst erstellen oder prüfen, statt sie aus fremden Shops zu kopieren.

Der Shop steht, die Arbeit geht weiter

Wenn alle Schritte erledigt sind, kann dein Shop Bestellungen annehmen. Zurücklehnen kannst du dich aber nicht. Ein Shop braucht laufend Updates, Sicherheitsprüfungen und Pflege. Wer das schleifen lässt, hat bald einen langsamen Shop oder eine Sicherheitslücke.

Wenn dir dafür Zeit oder Lust fehlt, übernehmen unsere WordPress-Wartungspakete den technischen Teil, und du kümmerst dich ums Geschäft. Schreib uns, dann reden wir darüber.

Fazit: WooCommerce einrichten ist machbar

Einen WooCommerce-Shop einzurichten, ist kein Hexenwerk. Es ist ein klarer Ablauf, den du mit etwas Zeit und dieser Anleitung selbst schaffst. Nimm dir die Schritte der Reihe nach vor, vergiss die Rechtstexte nicht, und dann kann der erste Verkauf kommen.