Ein fehlerhaftes Plugin-Update, ein gehackter Server oder ein falscher Klick, und deine WordPress-Seite ist weg. Ohne aktuelles Backup fängst du dann von vorn an. Das passiert öfter, als man denkt, und fast immer unerwartet.
Hier zeigen wir dir drei Wege, wie du ein WordPress-Backup erstellst: per Plugin, von Hand und über deinen Hoster. Dazu kommen die Regeln, mit denen ein Backup im Ernstfall auch wirklich hilft.
Warum du ohne Backup ein Risiko eingehst
Eine WordPress-Installation besteht aus Code, Datenbank und vielen Dateien. Geht an einer Stelle etwas schief, kann die ganze Seite ausfallen. Die häufigsten Ursachen:
- Hackerangriffe: Bots suchen rund um die Uhr nach Sicherheitslücken in WordPress-Seiten. Was du tust, wenn es passiert ist, steht in unserem Artikel WordPress gehackt? Dein Notfallplan.
- Fehlerhafte Updates: Ein Klick auf „Aktualisieren“, und plötzlich ist die Seite weiß. Der „White Screen of Death“ entsteht meist, wenn sich Plugins oder Themes nicht vertragen.
- Eigene Fehler: Eine versehentlich gelöschte Datei oder ein falscher Befehl, und die Arbeit von Monaten ist weg.
- Serverausfälle: Auch bei guten Hostern kann Hardware kaputtgehen.
Ein Backup ist deine Versicherung für diese Fälle. Damit stellst du den letzten funktionierenden Stand wieder her, statt die Seite neu zu bauen.
Methode 1: Backup per Plugin
Für die meisten ist ein Backup-Plugin der einfachste Weg. Du brauchst kein FTP und keine Datenbankbefehle. Wichtig ist nur, wo die Sicherungen landen: Liegen sie auf demselben Webspace wie die Website, sind sie bei einem Serverausfall mit weg.
Unsere Empfehlung: UpdraftPlus
UpdraftPlus hat sich bei uns bewährt. Schon die kostenlose Version reicht für die meisten Seiten. Das Plugin sichert Dateien und Datenbank und lädt die Sicherungen automatisch auf externe Speicher wie Dropbox, Google Drive oder Amazon S3.
Schritt für Schritt: So richtest du UpdraftPlus ein
- Installieren und aktivieren: Geh im WordPress-Dashboard auf „Plugins“ > „Neues Plugin hinzufügen“, such nach „UpdraftPlus“, installiere und aktiviere es.
- Einstellungen öffnen: Geh zu „Einstellungen“ > „UpdraftPlus Backups“.
- Zeitplan festlegen: Leg im Reiter „Einstellungen“ fest, wie oft Dateien und Datenbank gesichert werden. Für die meisten Seiten ist ein tägliches Datenbank-Backup und ein wöchentliches Datei-Backup ein guter Start.
- Externen Speicher wählen: Wähle deinen Cloud-Speicher, etwa Google Drive, und verknüpfe dein Konto nach den Anweisungen. Das ist der wichtigste Schritt.
- Speichern und erstes Backup erstellen: Speichere die Einstellungen und klick im Reiter „Backup / Wiederherstellen“ auf „Jetzt sichern“. Dein erstes Backup wird erstellt und in die Cloud geladen.
Das dauert etwa zehn Minuten und kann dir im Ernstfall viel Ärger ersparen.
Methode 2: Das manuelle Backup
Wenn du lieber alles selbst in der Hand hast, sicherst du von Hand. Das ist mühsamer, aber du lernst dabei, wie deine Website aufgebaut ist. Ein manuelles Backup besteht immer aus zwei Teilen: den Dateien (Themes, Plugins, Uploads) und der Datenbank (Beiträge, Seiten, Benutzer, Einstellungen).
Teil 1: Die Dateien per FTP sichern
Du brauchst einen FTP-Client wie FileZilla und die FTP-Zugangsdaten von deinem Hoster. Verbinde dich mit dem Webspace, geh ins Hauptverzeichnis deiner WordPress-Installation und lade den kompletten Ordner auf deinen Rechner herunter. Wirklich alles.
Teil 2: Die Datenbank mit phpMyAdmin exportieren
Melde dich in der Verwaltungsoberfläche deines Hosters an und öffne phpMyAdmin. Die Zugangsdaten zur Datenbank findest du in der Datei wp-config.php in diesen Zeilen:
define( 'DB_NAME', 'dein_datenbankname' );
define( 'DB_USER', 'dein_benutzername' );
define( 'DB_PASSWORD', 'dein_passwort' );
define( 'DB_HOST', 'localhost' );
In phpMyAdmin gehst du so vor:
- Wähle links deine WordPress-Datenbank aus.
- Klick oben auf den Reiter „Exportieren“.
- Wähle die Export-Methode „Schnell“ und das Format „SQL“.
- Klick auf „OK“ bzw. „Exportieren“. Dein Browser lädt eine
.sql-Datei herunter. Das ist deine komplette Datenbank.
Den Ordner mit den Dateien und die SQL-Datei bewahrst du zusammen auf, am besten an mehreren sicheren Orten.
Methode 3: Backups über den Hoster
Viele Hoster sichern Websites automatisch, auch MIKAS Webhosting. Der Vorteil: Du musst nichts einrichten, und die Wiederherstellung übernimmt der Hoster oder du selbst über die Verwaltungsoberfläche.
Frag bei deinem Anbieter genau nach: Wie oft wird gesichert? Wie lange werden die Sicherungen aufbewahrt? Liegen sie auf einem anderen Server als die Website? Und wie läuft die Wiederherstellung ab?
Unser Rat: Wenn dein Hoster keine automatischen Backups auf getrennter Hardware anbietet, sorg selbst dafür, zum Beispiel mit einem Plugin. Beim Hosting zu sparen, rächt sich spätestens beim ersten Ausfall.
So machst du Backups richtig
Ein Backup zu haben ist gut. Ein Backup, auf das du dich im Ernstfall verlassen kannst, ist besser. Diese Regeln helfen dabei:
Die 3-2-1-Regel
3 Kopien deiner Daten, auf 2 verschiedenen Speichermedien, davon 1 Kopie außer Haus. Ein Brand, ein Einbruch oder ein Wasserschaden erwischt sonst alle Sicherungen auf einmal. Ein Cloud-Speicher erfüllt die Kopie außer Haus ganz einfach.
Automatisieren
Manuelle Backups sind wie Neujahrsvorsätze: Nach zwei Wochen sind sie vergessen. Richte automatische Sicherungen ein, die Datenbank täglich und die Dateien wöchentlich.
Backups regelmäßig testen
Ob ein Backup funktioniert, weißt du erst, wenn du es wiederhergestellt hast. Im Ernstfall ist dafür keine Zeit. Spiel deshalb mindestens einmal im Quartal ein Backup in eine Testumgebung ein. Klappt es, weißt du, dass du dich darauf verlassen kannst. Klappt es nicht, hast du den Fehler gefunden, bevor es darauf ankommt.
Mehrere Versionen aufheben
Manchmal fällt ein Fehler erst nach Tagen auf, und das neueste Backup enthält ihn schon. Heb deshalb mehrere Stände auf. Die meisten Plugins und Hoster speichern automatisch mehrere Wiederherstellungspunkte. 7 tägliche Sicherungen sind das Minimum, 30 sind besser.
Die Wiederherstellung aufschreiben
Im Stress weiß man oft nicht mehr, wo die Sicherungen liegen und wie man sie einspielt. Schreib dir eine kurze Anleitung: Wo liegen die Backups? Wie stellst du sie wieder her? Welche Zugangsdaten brauchst du? Leg sie an einem sicheren Ort ab, an den du auch dann kommst, wenn die Website nicht läuft.
Du willst dich nicht selbst darum kümmern?
Backups, Updates und Sicherheitsprüfungen kosten Zeit. Mit unseren WordPress-Wartungspaketen übernehmen wir die Technik, und du kümmerst dich um dein Geschäft. Schreib uns, dann reden wir darüber.
Fazit: lieber heute sichern als morgen neu bauen
Ob per Plugin, von Hand oder über den Hoster: Hauptsache, es gibt ein aktuelles Backup, das außerhalb des Servers liegt und sich wiederherstellen lässt. Richte heute noch eine Backup-Routine ein. Das ist unspektakulär, schützt dich aber vor dem größten Schaden.
Wenn du dabei Unterstützung brauchst, schreib uns an hello@mikas.at.
Dieser Ratgeber stammt von MIKAS ISP aus Eugendorf bei Salzburg. Passend dazu: WordPress Agentur in Salzburg.