Deine Website ist online, aber das Telefon bleibt still? Dann geht es dir wie vielen kleinen Unternehmen. Eine schöne Website allein bringt keine Kunden. Wenn Google deine Seite technisch nicht versteht, sie langsam lädt oder die Inhalte an den Fragen deiner Kunden vorbeigehen, findet dich über die Suche kaum jemand.
Was ich bei KMU in Österreich oft sehe: Es fehlt ein Plan. Hier wird ein Text umgeschrieben, dort ein Bild getauscht, dazu kommen ein billiger SEO-Kurs oder fünf SEO-Plugins, die sich gegenseitig ausbremsen. Am Ende steht Frust und eine Website, die Geld kostet, aber keine Anfragen bringt.
Mit dieser SEO-Check-Anleitung findest du die größten Baustellen deiner Website selbst und erfährst, wie du sie behebst. Die Anleitung ist in drei Teile gegliedert: Technik, Inhalte und Signale von außen. Arbeite sie der Reihe nach durch.
Säule 1: Technik als Fundament
Bevor du an Texten und Bildern feilst, muss die Technik stimmen. Eine langsame, fehlerhafte oder am Handy kaum bedienbare Seite hat es bei Google schwer, auch wenn die Inhalte gut sind.
Checkpunkt 1.1: Ladezeit
Google misst die Nutzererfahrung mit den Core Web Vitals. Drei Werte zählen:
- LCP (Largest Contentful Paint): Wie schnell erscheint das größte Element im sichtbaren Bereich, meist ein Bild oder ein Textblock? Bis 2,5 Sekunden gilt als gut.
- INP (Interaction to Next Paint): Wie schnell reagiert deine Seite, wenn jemand klickt, tippt oder eine Taste drückt? Bis 200 Millisekunden gilt als gut. Lässt die Reaktion auf sich warten, springen Besucher ab.
- CLS (Cumulative Layout Shift): Verschieben sich Elemente beim Laden? Nichts nervt mehr als ein Button, der genau beim Antippen wegspringt. Ziel ist ein Wert nahe null, höchstens 0,1.
Dein Werkzeug: Google PageSpeed Insights. Gib deine URL ein und sieh dir das Ergebnis an. Der Gesamtwert ist ein grober Anhaltspunkt, wichtiger sind die konkreten Empfehlungen darunter.
Die häufigsten Bremsen auf KMU-Websites:
- Zu große Bilder: Ein 5-MB-Foto direkt aus der Kamera hat auf einer Website nichts verloren. Komprimiere Bilder, etwa mit TinyPNG, und lade sie in der Größe hoch, in der sie angezeigt werden.
- Fehlendes Caching: Ohne Caching muss der Browser bei jedem Besuch alle Dateien neu laden, auch bei Stammbesuchern.
- Render-Blocking-Ressourcen: JavaScript- und CSS-Dateien, die im oberen Bereich der Seite geladen werden, halten den Seitenaufbau auf. Das kommt bei vielen Baukastensystemen vor.
Checkpunkt 1.2: Darstellung am Handy
Google bewertet Websites nach dem Mobile-First-Prinzip. Maßgeblich für das Ranking ist die mobile Version deiner Seite, nicht die Desktop-Version. Funktioniert sie am Smartphone schlecht, schadet das deinem Ranking.
Dein Werkzeug: Den früheren Mobile-Friendly Test von Google gibt es seit Ende 2023 nicht mehr. Eine erste Einschätzung liefern PageSpeed Insights in der mobilen Ansicht und Lighthouse in den Chrome DevTools. Am wichtigsten ist aber dein eigenes Handy. Achte auf winzige Schrift, Buttons, die so eng stehen, dass man den falschen erwischt, und Inhalte, die über den Bildschirmrand hinausragen.
Checkpunkt 1.3: Indexierbarkeit und Crawl-Budget
Darf Google deine Seite gar nicht indexieren, taucht sie in der Suche nicht auf. Zwei Stellen sind hier entscheidend: die Datei robots.txt und das noindex-Tag.
Die robots.txt sagt Suchmaschinen, welche Bereiche deiner Website sie nicht durchsuchen sollen. Ein falscher Eintrag dort, und wichtige Produktseiten oder Blogartikel werden übergangen. Das noindex-Tag verbietet Google, eine einzelne Seite in die Suchergebnisse aufzunehmen. Beides ist nützlich, falsch eingesetzt aber fatal.
Dein Werkzeug: die Google Search Console. Unter „Indexierung“ > „Seiten“ siehst du, welche Seiten aus welchem Grund nicht im Index sind. Bei größeren Shops spielt auch das Crawl-Budget eine Rolle, also wie viele Seiten Google bei einem Besuch abruft. Ist die Seite langsam und voller Fehler, ist dieses Budget schnell aufgebraucht.
Ein Hosting, das deine Seite nicht ausbremst, ist dabei die halbe Miete. Ein billiger Anbieter mit langsamen Servern kann Ladezeit und Crawling spürbar verschlechtern.
Säule 2: Inhalte für Menschen und Suchmaschinen (On-Page)
Steht die Technik, geht es an die Inhalte. Die Grundregel: Schreib für Menschen und sorg dafür, dass Suchmaschinen verstehen, worum es geht.
Checkpunkt 2.1: Keyword-Kannibalisierung
Ein häufiger Fehler: Mehrere Seiten deiner Website zielen auf denselben oder einen sehr ähnlichen Suchbegriff. Das nennt man Keyword-Kannibalisierung. Google weiß dann nicht, welche Seite die wichtigste ist, und am Ende rankt keine davon richtig gut.
Dein Werkzeug: die Google-Suche selbst. Gib site:deine-domain.at "dein keyword" ein. Tauchen mehrere deiner Seiten zum selben Thema weit oben auf, hast du ein Problem. Die Lösung: Fasse die Inhalte auf der stärksten Seite zusammen und leite die anderen per 301-Weiterleitung dorthin um.
Checkpunkt 2.2: Title-Tags und Meta-Descriptions
Der Title-Tag ist die blaue Überschrift in den Suchergebnissen. Er gehört zu den wichtigsten On-Page-Faktoren und entscheidet mit, ob jemand klickt.
Gutes Beispiel: „SEO-Check für KMU: Schritt-für-Schritt-Anleitung | mikas.at“
Schlechtes Beispiel: „Startseite“
Die Meta-Description ist der Text darunter. Die Description ist kein direkter Rankingfaktor, aber deine Chance, mit einem klaren Nutzen zum Klicken zu bewegen. Nutze sie.
Checkpunkt 2.3: Inhaltsstruktur und interne Links
Eine Textwand liest niemand. Gliedere deine Inhalte klar: eine <h1> für die Hauptüberschrift, <h2> für die Kapitel, <h3> für Unterpunkte. Kurze Absätze, Listen und gezielte Fettungen helfen beim Überfliegen.
Vergiss die internen Links nicht. Verlinke von einem Blogartikel auf die passende Leistungsseite. Das hilft deinen Besuchern und zeigt Google, wie deine Seiten thematisch zusammenhängen. Ein professionelles Webdesign, das von Anfang an auf SEO ausgerichtet ist, plant diese Struktur von Beginn an mit.
Säule 3: Vertrauen von außen (Off-Page)
Technik und Inhalte passen, und trotzdem stehst du auf Seite 5? Dann fehlt Vertrauen von außen. Das baust du mit Off-Page-SEO auf, vor allem mit guten Backlinks und lokalen Signalen.
Checkpunkt 3.1: Dein Backlink-Profil
Backlinks sind Empfehlungen anderer Websites. Ein Link von der Wirtschaftskammer hat Gewicht. Ein Link aus einem fragwürdigen Webkatalog schadet eher. Mit dem Ahrefs Free Backlink Checker siehst du, wer auf dich verlinkt. Bemüh dich um Links von seriösen Seiten aus deiner Region oder Branche, etwa von lokalen Zeitungen, Fachverbänden oder Partnerbetrieben.
Checkpunkt 3.2: Dein Google-Unternehmensprofil
Für lokale Betriebe ist ein gepflegtes Google-Unternehmensprofil (Google Business Profile) oft genauso wichtig wie die eigene Website. Es ist deine Visitenkarte in der lokalen Suche und auf Google Maps.
Deine 5-Minuten-Checkliste:
- NAP-Konsistenz: Stimmen Name, Adresse und Telefonnummer genau mit den Angaben auf deiner Website überein?
- Kategorien: Hast du die genaueste Hauptkategorie gewählt, etwa „Steuerberater“ statt nur „Dienstleistungen“?
- Bilder: Gibt es aktuelle Fotos von deinem Geschäft innen und außen, von deinem Team und deiner Arbeit?
- Bewertungen: Antwortest du auf jede Bewertung, auch auf die kritischen?
- Beiträge: Nutzt du die Beitragsfunktion für Angebote, Neuigkeiten und Termine?
Mehr dazu findest du in der Hilfe von Google zum Thema lokales Ranking.
Fazit: SEO ist Arbeit, die sich lohnt
Ein einmaliger SEO-Check ist der erste Schritt. Wirklich wirksam wird SEO aber erst, wenn du dranbleibst. Druck dir diese Liste aus und arbeite sie Punkt für Punkt ab. Das kostet Zeit. Genau diese Arbeit macht aber den Unterschied zwischen einer Website, die nur Geld kostet, und einer, die regelmäßig Anfragen bringt.
Wenn dir Zeit oder Nerven fehlen, den Check selbst zu machen, ist das eine ganz normale unternehmerische Entscheidung. Lass uns das übernehmen. Ein gründlicher SEO-Audit zeigt dir alle Schwachstellen und einen klaren Plan, in welcher Reihenfolge du sie angehst.