Wer SEO nach Gefühl macht, rät. Welche Begriffe deine Kunden bei Google eingeben, wie deine Seite technisch dasteht und was die Konkurrenz anders macht, siehst du nur mit Daten. Trotzdem erlebe ich bei kleinen und mittleren Unternehmen in Österreich oft dasselbe: ein paar Gratis-Plugins, eine Excel-Liste, und dann die Frage, warum über die Website kaum Anfragen kommen.
In diesem Beitrag geht es um die Werkzeuge, die sich für KMU wirklich lohnen, und wie du sie einsetzt, ohne gleich viel Geld auszugeben.
Eine zentrale SEO-Plattform statt vieler Einzeltools
Mit Browser-Erweiterungen und Tabellen verlierst du schnell den Überblick. Die Daten hängen nicht zusammen, und du verbringst mehr Zeit mit Exportieren als mit Auswerten.
Deshalb lohnt sich eine All-in-One-Software. Ahrefs und Semrush bündeln Keywords, Backlinks, Technik und Konkurrenz an einer Stelle. Für ein KMU ist das oft der einfachste Weg, Zusammenhänge zu sehen und nicht nur auf Probleme zu reagieren.
Was eine zentrale Plattform besser kann
Ein Tool für Keywords, eines für Backlinks und ein weiteres für technische Fehler: Jedes rechnet anders, und keines spricht mit dem anderen. Eine gemeinsame Plattform deckt diese Bereiche ab:
- Keyword-Tracking: Du siehst, auf welcher Position deine wichtigsten Begriffe stehen, welche URL dafür rankt und wie sich das über die Zeit verändert. Mit Tags und Filtern behältst du einzelne Leistungen oder Produkte im Blick.
- Konkurrenzanalyse: Du erfährst, für welche Begriffe deine Mitbewerber gefunden werden, welche ihrer Seiten die meisten Besucher bringen und woher ihre Backlinks kommen. Daraus kannst du ableiten, wo du selbst ansetzt.
- Backlinks: Du erkennst, welche Links auf deine Seite etwas wert sind, welche eher schaden und wo sich neue Links aus deiner Branche anbieten.
Ein typischer Anwendungsfall ist der Keyword-Gap-Bericht in Semrush. Er zeigt Suchbegriffe, für die deine Mitbewerber ranken, du aber nicht. Für ein Handwerksunternehmen kann das etwa eine Kombination aus Leistung, Kosten und Ort sein. Findest du so eine Lücke, lohnt sich oft eine eigene Seite zu genau diesem Thema, bei Bedarf unterstützt von einer kleinen Google-Ads-Kampagne.
Was kostet das, und rechnet es sich?
Die Einstiegstarife von Ahrefs und Semrush liegen inzwischen über 100 Euro im Monat. Die aktuellen Preise findest du auf den Seiten der Anbieter. Das ist für einen kleinen Betrieb kein Kleingeld. Rechne es gegen deinen durchschnittlichen Auftragswert: Wenn über bessere Rankings im Monat ein zusätzlicher Auftrag hereinkommt, ist das Tool in vielen Branchen bezahlt. Wer nur gelegentlich nachschaut, kommt oft mit einem Monatsabo zwischendurch aus.
Keyword-Tools: herausfinden, was deine Kunden suchen
Viele KMU wollen auf die großen, allgemeinen Begriffe wie „Steuerberater Wien“. Dort ist die Konkurrenz stark und meist von großen Anbietern besetzt. Mehr bringen oft die Long-Tail-Keywords: Suchanfragen mit drei oder mehr Wörtern, weniger Konkurrenz und einer klareren Absicht dahinter.
Dafür gibt es eigene Werkzeuge. KWFinder zeigt dir, wie schwer ein Begriff zu erreichen ist. AnswerThePublic sammelt die Fragen, die Leute rund um ein Stichwort stellen.
Ein Beispiel: die Buchhandlung in Salzburg
Angenommen, du führst eine kleine Buchhandlung in Salzburg. Mit „Bücher Salzburg“ bist du gegen große Händler chancenlos. In AnswerThePublic gibst du „Kinderbücher“ ein und bekommst Fragen wie „welche kinderbücher für 3-jährige“, „kinderbücher zum vorlesen ab 5 jahren“ oder „lustige kinderbücher für lesemuffel“. In KWFinder prüfst du dann, welche davon gesucht werden und wenig Konkurrenz haben.
Zu so einer Frage schreibst du einen Beitrag mit deinen Empfehlungen, stellst die Bücher vor und verlinkst in deinen Onlineshop. Damit erreichst du Eltern, die genau dieses Problem haben. Mit einem professionellen Webdesign, dem die Leute vertrauen, wird daraus eher ein Kauf.
Technisches SEO prüfen
Das technische Fundament schieben viele vor sich her. Dabei helfen die schönsten Texte wenig, wenn die Seite langsam lädt, am Handy schlecht aussieht oder Google sie nicht richtig indexiert.
Programmieren musst du dafür nicht. Der Screaming Frog SEO Spider durchsucht deine ganze Seite, das Rank Math SEO Plugin zeigt dir Probleme direkt in WordPress.
Fünf Fehler, die diese Tools finden
- Kaputte Links (404-Fehler): Links ins Leere ärgern Besucher und zeigen Google, dass die Seite nicht gepflegt wird. Screaming Frog findet sie alle.
- Lange Ladezeiten: Du siehst, welche Bilder zu groß sind und welche Skripte bremsen.
- Fehlende oder doppelte Meta-Angaben: Seitentitel und Beschreibung sind das, was Leute in den Suchergebnissen lesen. Fehlen sie oder stehen sie auf mehreren Seiten gleich, verschenkst du Klicks. Rank Math zeigt das direkt in WordPress an.
- Doppelte Inhalte: Gleiche oder sehr ähnliche Inhalte unter mehreren URLs konkurrieren miteinander. Screaming Frog listet sie auf.
- Falsche Weiterleitungen: Schlecht eingerichtete Weiterleitungen, etwa von alten auf neue Seiten, kosten Linkwirkung.
Ohne saubere Technik bringen die übrigen Maßnahmen wenig. Dazu gehört auch ein schnelles und sicheres Webhosting.
Die kostenlosen Werkzeuge von Google
Die wichtigsten Daten bekommst du gratis: aus der Google Search Console (GSC) und Google Analytics 4 (GA4). Beide gehören auf jede Website, die gefunden werden soll.
Die Search Console zeigt, wie Google deine Seite sieht: für welche Suchbegriffe du erscheinst, wie oft geklickt wird und wo es bei der Indexierung hakt. Google Analytics zeigt, was die Besucher auf deiner Seite machen, woher sie kommen und wo sie wieder gehen.
Zwei Auswertungen, die sich immer lohnen
- Leistungsbericht in der Search Console: Filtere nach Suchbegriffen mit vielen Impressionen, aber niedriger Klickrate (CTR). Wird deine Seite oft angezeigt und selten angeklickt, passt das Ranking, aber Titel und Beschreibung überzeugen nicht. Das lässt sich mit wenig Aufwand verbessern.
- Pfadanalyse in Google Analytics 4: Unter „Explorative Datenanalysen“ siehst du, wie sich Besucher durch deine Seite bewegen. Gehen viele von der „Über uns“-Seite direkt wieder weg, statt zu deinen Angeboten weiterzuklicken, fehlt dort ein klarer Hinweis, wie es weitergeht.
Fazit: messen statt raten
SEO ist Handwerk, und Handwerk braucht Werkzeug. Für die meisten KMU reicht eine überschaubare Ausstattung: eine All-in-One-Plattform wie Ahrefs oder Semrush für den Überblick, ein Keyword-Tool wie KWFinder für die Nischen, Screaming Frog oder Rank Math für die Technik. Und vor allem die Search Console und Google Analytics, die nichts kosten und die meisten Fragen schon beantworten.
Wenn dir die Zeit fehlt, dich selbst in die Tools einzuarbeiten, übernehmen wir das. Schick uns eine Anfrage, dann schauen wir uns deine Seite an und machen einen Plan, der zu deinem Betrieb passt.
Du willst die Umsetzung lieber abgeben? MIKAS übernimmt Konzept, Technik und Betreuung. Mehr dazu: Werbeagentur Salzburg.