Warum deine Landingpage keine Anfragen bringt und wie du das änderst
Du schaltest Google Ads, postest regelmäßig auf Social Media, und trotzdem kommen kaum Anfragen über die Website? Dann liegt es oft nicht an zu wenigen Besuchern, sondern an der Landingpage. Die Leute kommen, schauen sich um und gehen wieder, ohne sich zu melden. Für kleine und mittlere Betriebe ist das teuer, denn für jeden dieser Besucher hast du bezahlt, mit Werbebudget oder mit Arbeitszeit.
Das lässt sich ändern, meist ohne die ganze Website neu zu bauen. Hier zeige ich dir, welche Fehler ich auf KMU-Websites immer wieder sehe und wie du deine Landingpages so aufbaust, dass sie Anfragen bringen.
Was ist eine conversion-optimierte Landingpage?
Eine Landingpage ist die Seite, auf der Besucher nach dem Klick auf eine Anzeige, einen Social-Media-Beitrag oder ein Suchergebnis landen. Anders als eine normale Unterseite hat sie genau ein Ziel: Der Besucher soll etwas Bestimmtes tun. Zum Beispiel eine Anfrage schicken, anrufen, sich für den Newsletter anmelden oder etwas kaufen.
Die Conversion-Rate gibt an, wie viel Prozent der Besucher das tatsächlich tun. Ein Rechenbeispiel: Bei 1.000 Besuchern im Monat macht der Unterschied zwischen 2 und 10 Prozent 20 oder 100 Anfragen aus, also 80 Anfragen mehr im Monat. Schon kleine Verbesserungen an der Seite wirken sich deshalb spürbar aus.
Die 5 häufigsten Landingpage-Fehler bei KMU-Websites
Bevor du optimierst, musst du wissen, was schiefläuft. Diese fünf Fehler sehe ich bei KMU-Websites immer wieder:
- Kein klarer Fokus: Die Seite will alles auf einmal verkaufen. Leistungen, News und Teamfotos stehen durcheinander. Der Besucher weiß nicht, was er tun soll, und klickt weg.
- Schwache oder fehlende Handlungsaufforderung: Der Button steht irgendwo am Seitenende oder ist so allgemein beschriftet, dass niemand darauf klickt. Ein bloßes „Kontakt“ sagt dem Besucher nicht, was ihn erwartet.
- Lange Ladezeiten: Je länger eine Seite lädt, desto mehr Besucher springen ab, bevor sie überhaupt etwas sehen. Am Handy mit schwachem Netz fällt das besonders ins Gewicht. Auch die Barrierefreiheit deiner Website spielt hier mit.
- Kein Vertrauen: Ohne Kundenstimmen, Referenzen oder Nachweise fehlt der Grund, dir zu glauben. Gerade Dienstleistungen kauft man bei Menschen, denen man vertraut.
- Nicht fürs Handy gemacht: Am Desktop sieht die Seite gut aus, am Smartphone ist die Navigation unbrauchbar, die Schrift zu klein und die Buttons kaum zu treffen.
Erkennst du zwei dieser Punkte auf deiner Website wieder, gehen dir mit ziemlicher Sicherheit Anfragen verloren.
Der erste Bildschirm entscheidet
Der Bereich, den ein Besucher ohne Scrollen sieht, heißt Above the Fold. Hier entscheidet sich in wenigen Sekunden, ob jemand bleibt. Was gehört hinein?
Zuerst eine Überschrift, die das Problem deiner Zielgruppe direkt anspricht. Nicht „Willkommen bei uns“, sondern zum Beispiel „Deine Website bringt keine Kunden? Das ändern wir.“ Darunter ein kurzer Satz, der den Nutzen konkret macht und Vertrauen schafft, etwa: „Seit 2004 bauen wir Websites für Betriebe in Salzburg.“
Der Button muss sofort sichtbar sein, in einer Kontrastfarbe und mit einer Beschriftung, die eine Handlung beschreibt: „Kostenloses Erstgespräch vereinbaren“ oder „Projekt anfragen“. Das wirkt besser als ein nichtssagendes „Absenden“.
Dazu ein gutes Bild oder ein kurzes Video, das deine Arbeit zeigt. Lass allgemeine Stockfotos weg. Fotos von echten Projekten oder deinem Team wirken glaubwürdiger.
Vertrauenselemente richtig einsetzen
Wer dich nicht kennt, fragt nicht an. Diese Elemente helfen, Vertrauen aufzubauen:
Kundenstimmen gehören gut sichtbar auf jede Landingpage, am besten mit vollem Namen, Foto und Firma. Google-Bewertungen kannst du direkt einbinden, das wirkt glaubwürdiger als selbst ausgewählte Zitate. Referenzprojekte zeigst du am besten mit konkreten Ergebnissen. Statt „Wir haben eine Website erstellt“ lieber: „Website-Relaunch für einen Handwerksbetrieb“, dazu die Zahl der Anfragen vorher und nachher.
Zertifikate, Auszeichnungen und Mitgliedschaften stärken die Glaubwürdigkeit zusätzlich. Bist du Google Partner, WKO-Mitglied oder zertifiziert, zeig das. Auch Logos bekannter Kunden oder der Systeme, mit denen du arbeitest, etwa WordPress, Divi oder WooCommerce, können helfen.
Die Kontaktdaten sollten immer sichtbar sein. Eine Telefonnummer, eine echte Adresse und ein Foto des Ansprechpartners zeigen, dass hier ein echter Betrieb dahintersteht.
Call-to-Action: So formulierst du Buttons, die funktionieren
Die Handlungsaufforderung ist der wichtigste Teil jeder Landingpage und wird trotzdem oft nebenbei erledigt. Ein guter Call-to-Action sagt klar, was passiert, und was der Besucher davon hat.
Statt „Absenden“ oder „Kontakt“ funktionieren Formulierungen wie „Kostenloses Erstgespräch vereinbaren“ oder „Unverbindliches Angebot in 24 Stunden erhalten“ besser. Versprich dabei nur, was du auch einhältst.
Setz den Button nicht nur einmal ans Seitenende. Nach jedem Abschnitt, der einen Nutzen zeigt, darf wieder einer kommen. Auf langen Landingpages sind drei oder vier Buttons normal. Die Beschriftung kannst du leicht variieren.
Die Farbe des Buttons muss sich klar vom Rest der Seite abheben. Ist dein Design überwiegend blau, fällt ein oranger oder grüner Button auf. Welche Variante bei deiner Zielgruppe besser ankommt, findest du mit A/B-Tests heraus, etwa mit einem Werkzeug wie VWO. Hotjar zeigt dir mit Heatmaps, wo Besucher klicken. Viele gute Artikel zu diesen Themen findest du im Smashing Magazine.
WordPress-Landingpages technisch optimieren
Die Technik ist genauso wichtig wie der Inhalt. Mit dem Divi Builder baust du ohne Programmierkenntnisse saubere Layouts. Seit der neuen Divi 5 Version geht das mit den Composable Settings noch flexibler.
Für schnelle Ladezeiten solltest du Folgendes umsetzen:
- Bilder komprimieren: Verwende WebP und lade Bilder in der Größe hoch, in der sie angezeigt werden. Ein Titelbild muss nicht 4.000 Pixel breit sein, wenn es höchstens 1.200 Pixel breit erscheint.
- Caching aktivieren: Ein Caching-Plugin wie WP Rocket oder W3 Total Cache liefert fertige Seiten aus, statt sie bei jedem Aufruf neu zu erzeugen. Das spart spürbar Ladezeit.
- Unnötige Plugins entfernen: Viele Plugins laden eigenes CSS und JavaScript. Lass nur aktiv, was du wirklich brauchst.
- Hosting prüfen: Auf einem langsamen Server hilft die beste Optimierung wenig. Für österreichische Betriebe empfehle ich ein Hosting mit Serverstandort in der EU, am besten in Österreich oder Deutschland.
Die Core Web Vitals von Google, also LCP (Largest Contentful Paint), INP (Interaction to Next Paint) und CLS (Cumulative Layout Shift), fließen seit 2021 ins Ranking ein. Seit 2024 ersetzt INP dabei den älteren Wert FID. Mehr zum Thema Ladezeit und Server steht in unserem Leitfaden zum WordPress-Hosting. Deine aktuellen Werte prüfst du kostenlos mit PageSpeed Insights.
Conversion-Tracking: Messen, was zählt
Ohne Messung optimierst du ins Blaue. Du musst wissen, welche Landingpages funktionieren und welche nicht. In WordPress richtest du das Tracking am einfachsten über den Google Tag Manager zusammen mit Google Analytics 4 ein.
Leg fest, was als Erfolg zählt: ein abgeschicktes Formular, ein Klick auf die Telefonnummer, ein Klick auf die E-Mail-Adresse. Jede dieser Aktionen erfasst du als Ereignis. Dann siehst du nicht nur, wie viele Besucher kommen, sondern auch, wie viele sich melden.
Sehr aufschlussreich sind Heatmaps und Sitzungsaufzeichnungen. Damit siehst du, wo Besucher klicken, wie weit sie scrollen und wo sie aussteigen. Beachte dabei den Datenschutz und hol die Einwilligung ein.
Schau dir die Daten mindestens einmal im Monat an und verbessere die Seite Schritt für Schritt. Oft bringen schon kleine Änderungen wie eine neue Überschrift oder ein kürzeres Formular messbar mehr Anfragen.
Checkliste: Deine Landingpage in 30 Minuten verbessern
Du willst gleich loslegen? Dann geh diese Liste durch:
- Überschrift prüfen: Spricht sie das Problem deiner Zielgruppe direkt an? Wenn nicht, umformulieren.
- Button prüfen: Ist er sofort sichtbar, in einer Kontrastfarbe und mit einem Nutzen beschriftet?
- Ladezeit testen: Prüf deine Werte mit PageSpeed Insights. Steht die Seite am Handy im orangen oder roten Bereich, besteht Handlungsbedarf.
- Vertrauen aufbauen: Mindestens drei Kundenstimmen und ein Referenzprojekt auf die Seite bringen.
- Handy-Ansicht prüfen: Öffne die Landingpage auf dem Smartphone. Ist alles lesbar, gut zu treffen und schnell?
- Formular kürzen: Reduziere die Felder aufs Nötigste. Name, E-Mail und eine kurze Nachricht reichen für den ersten Kontakt.
- Tracking einrichten: Google Analytics 4 mit Conversion-Ereignissen aufsetzen, damit du ab jetzt messen kannst.
Mit diesen sieben Punkten stehst du besser da als viele KMU-Websites, die wir bei MIKAS zu sehen bekommen.
Häufig gestellte Fragen zur Landingpage-Optimierung
Was kostet eine professionelle Landingpage für ein KMU?
Das hängt vom Umfang ab: Texte, Fotos, Formular, Tracking und die Anbindung an deine Werbekampagnen. Wichtiger als der Preis ist, ob sich die Seite rechnet. Bringt sie regelmäßig zusätzliche Anfragen, hat sie sich schnell bezahlt gemacht.
Wie lange dauert es, bis eine optimierte Landingpage Ergebnisse zeigt?
Bei bezahlten Besuchern über Google Ads oder Social-Media-Werbung siehst du erste Ergebnisse oft schon nach wenigen Tagen. Bei Besuchern aus der Google-Suche dauert es meist einige Wochen, bis Google die überarbeitete Seite neu bewertet.
Brauche ich für jede Dienstleistung eine eigene Landingpage?
Idealerweise ja. Jede Landingpage sollte ein Thema und eine Zielgruppe ansprechen. Eine allgemeine Seite, die alles abdecken will, bringt in der Regel weniger Anfragen als eigene Seiten für einzelne Leistungen.
Kann ich meine bestehende WordPress-Seite als Landingpage nutzen?
Grundsätzlich ja, aber eine normale Unterseite ist noch keine Landingpage. Reduziere die Navigation, entferne ablenkende Elemente und richte die Seite ganz auf das eine Ziel aus. Mit dem Divi Builder oder einer eigenen Landingpage-Vorlage geht das in WordPress recht einfach.
Welche Conversion-Rate ist für ein KMU realistisch?
Das hängt stark von Branche, Angebot und Herkunft der Besucher ab. Vergleich deine Seite deshalb vor allem mit sich selbst: Miss den Ausgangswert und prüf nach jeder Änderung, ob er steigt.
Deine Landingpage soll endlich Anfragen bringen?
Mit dieser Anleitung kannst du deine Landingpages selbst verbessern. Fehlt dir die Zeit für die technischen Details, übernehmen wir das. Bei MIKAS bauen wir seit 2004 Websites für Betriebe, und zwar direkt aus Eugendorf bei Salzburg.