WordPress-Caching: So wird deine Website schneller

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Eine langsame Website kostet Besucher, und Google bevorzugt schnelle Seiten. Wenn deine WordPress-Seite zäh lädt, ist Caching fast immer der erste und größte Hebel. Hier erfährst du, was Caching ist, welche Arten es gibt, welche Plugins sich bewährt haben und was du tust, wenn der Cache Probleme macht.

Was ist Caching und warum braucht deine WordPress-Seite das?

WordPress baut jede Seite bei jedem Aufruf neu zusammen. Im Hintergrund passiert dabei Folgendes:

  1. Der Browser fragt die Seite bei deinem Server an.
  2. WordPress startet, lädt die Konfiguration und verbindet sich mit der MySQL-Datenbank.
  3. Zahlreiche Datenbankabfragen holen Texte, Einstellungen und andere Inhalte.
  4. Der PHP-Code von WordPress, Theme und Plugins erzeugt daraus eine HTML-Seite.
  5. Diese HTML-Seite geht an den Browser, der sie anzeigt.

Das wiederholt sich für jeden Besucher. Kommen viele gleichzeitig, stößt der Server schnell an seine Grenzen, und die Ladezeit steigt.

Caching funktioniert wie ein Foto der fertigen Seite. Statt sie jedes Mal neu zu bauen, liefert der Server einfach dieses „Foto“ aus, also eine fertige HTML-Datei. Das geht viel schneller und entlastet den Server deutlich.

Die verschiedenen Arten von Caching

Zwischengespeichert wird auf mehreren Ebenen. Für WordPress sind diese vier wichtig:

1. Seiten-Caching (Page Caching)

Die wichtigste Form. Die komplette, fertig erzeugte HTML-Seite wird gespeichert, PHP und Datenbank werden beim nächsten Aufruf fast ganz übersprungen. Plugins wie WP Rocket oder W3 Total Cache sind in erster Linie Page-Caching-Plugins.

2. Browser-Caching

Hier liegt der Cache im Browser des Besuchers. Der Server sagt dem Browser, dass er Dateien, die sich selten ändern, eine Zeit lang lokal behalten soll, etwa Logo, CSS- und JavaScript-Dateien. Beim nächsten Besuch lädt der Browser sie nicht neu, und die Seite ist schneller da.

3. Objekt-Caching (Object Caching)

Objekt-Caching speichert die Ergebnisse von Datenbankabfragen im Arbeitsspeicher. Das entlastet die Datenbank, vor allem dort, wo Page Caching nicht greift, zum Beispiel beim Warenkorb eines Onlineshops oder bei persönlichen Inhalten. Dafür braucht der Server Redis oder Memcached. Viele gute WordPress-Hoster bieten das an.

4. Server-Caching

Viele Hoster cachen direkt auf dem Server, bevor WordPress überhaupt startet. Varnish oder der FastCGI-Cache von Nginx liefern Seiten aus, ohne dass PHP geladen wird. Das ist sehr schnell. Oft brauchst du dann kein eigenes Caching-Plugin mehr, oder das Plugin leert nur den Server-Cache, wenn du Inhalte änderst. Frag deinen Hoster, ob er Server-Caching nutzt und welches Plugin er dazu empfiehlt.

Die besten Caching-Plugins für WordPress

Am einfachsten richtest du Caching mit einem Plugin ein. Es übernimmt die Technik und bringt meist weitere Optimierungen mit.

WP Rocket: bequem und kostenpflichtig

WP Rocket ist eines der beliebtesten Caching-Plugins und gilt als besonders einfach. Es gibt es nur als Bezahlversion. Schon nach der Aktivierung ist das Wichtigste eingeschaltet. Dazu kommen weitere Funktionen:

  • Verkleinern von CSS- und JavaScript-Dateien
  • Verzögertes Laden von JavaScript, bis der Besucher mit der Seite interagiert
  • Lazy Loading für Bilder und Videos (Medien werden erst geladen, wenn sie ins Bild scrollen)
  • Aufräumen der Datenbank (alte Revisionen, Transients usw.)
  • Einbindung eines Content Delivery Networks (CDN)

Wer eine Komplettlösung ohne viel Einstellarbeit sucht, ist mit WP Rocket gut bedient. Mit den meisten Themes und Plugins läuft es problemlos, auch mit Divi und WooCommerce.

Kostenlose Alternativen: W3 Total Cache und WP Super Cache

Ohne Budget gibt es zwei bewährte Gratis-Plugins:

  • W3 Total Cache: Sehr mächtig, aber mit unzähligen Einstellungen auch kompliziert. Eher etwas für erfahrene Nutzer. Falsch eingestellt, kann es eine Seite sogar langsamer machen.
  • WP Super Cache: Von Automattic, der Firma hinter WordPress.com. Deutlich einfacher als W3 Total Cache und auf Page Caching beschränkt, das es aber zuverlässig erledigt.

Was neben Caching noch Tempo bringt

Caching ist der größte Hebel, aber nicht der einzige:

  • Gutes Hosting: Einen langsamen Server macht auch das beste Plugin nicht schnell. Achte auf aktuelles PHP 8, HTTP/2 und schnelle SSD-Speicher.
  • Optimierte Bilder: Große, unkomprimierte Bilder bremsen am häufigsten. Komprimiere sie vor dem Hochladen und verwende WebP.
  • Schlankes Theme: Ein Theme voller Funktionen, die du nie nutzt, kostet Ladezeit.
  • Weniger Plugins: Jedes aktive Plugin bringt Code mit. Deaktiviere und lösche, was du nicht brauchst.
  • Content Delivery Network (CDN): Ein CDN legt Kopien von Bildern, CSS und JavaScript auf Servern in vielen Ländern ab. Besucher bekommen die Dateien vom nächstgelegenen Server. Das bringt vor allem bei Besuchern aus dem Ausland etwas.

Wenn du dir eine genaue Analyse wünschst, schaut sich unsere WordPress-Agentur deine Seite an und zeigt dir, wo die Zeit verloren geht.

Häufige Probleme mit dem Cache und ihre Lösung

Das häufigste Problem: Du änderst etwas an Text oder Design, aber auf der Seite siehst du die alte Version. Der Grund ist, dass noch die gespeicherte Fassung ausgeliefert wird.

Die Lösung: Cache leeren. Caching-Plugins legen dafür einen Knopf in die WordPress-Admin-Leiste. Beim nächsten Aufruf wird die Seite neu erzeugt und die aktuelle Version gespeichert. Gute Plugins leeren den Cache einer Seite auch selbst, sobald du einen Beitrag aktualisierst.

Vorsicht bei Onlineshops und Mitgliederbereichen. Warenkorb, Kasse und persönliche Profilseiten dürfen nie im Cache landen, sonst sieht ein Besucher im schlimmsten Fall den Warenkorb eines anderen. Gute Caching-Plugins wie WP Rocket erkennen diese Seiten bei WooCommerce selbst und nehmen sie aus.

Fazit: ohne Caching geht es nicht

Jede WordPress-Seite sollte gecacht werden. Nichts senkt die Ladezeit so einfach, und schnellere Seiten sind besser für Besucher und für Google. Mit einem Plugin wie WP Rocket oder WP Super Cache ist das in wenigen Minuten eingerichtet. Danach lohnt sich ein Blick auf Hosting und Bilder.

Zum Nachlesen

WP Rocket, Website des Herstellers

web.dev von Google: Statische Dateien mit einer sinnvollen Cache-Dauer ausliefern (englisch)